In einer materialreichen, sorgfältig ausgearbeiteten Studie hat der Inhaber des Lehrstuhls für Praktische Theologe an der Universität Münster im Jahr 1985 herausgearbeitet, dass das theologische Denken an den deutschsprachigen Universitäten im 20. Jahrhundert eine elementare Aufgabe nicht zu leisten vermochte: Sie zerfiel zum einen in Erkenntnisse, die aus der Erfahrung schöpften, zum andern in solche, die sich konsequenten Begriffsbildungen verdankten (an deren Ursprung jeweils Fragmente der biblischen Botschaft standen). Die akademischen Lehrer konnten die Kluft zwischen diesen verschiedenen Arten des Erkennens nicht schliessen. Sie entliessen ihre Schüler (und Schülerinnen) in je andere, in sich geschlossene Gedankenwelten. Wer sich in einem Pfarramt an dem orientieren wollte, was er an der Universität gelernt hatte, musste konstatieren, dass andere dort sehr anderes gelernt hatten, und dass niemand diese Verschiedenheiten für die Praxis zu ordnen wusste. Der Pfarrerschaft ging die gemeinsame Sprache verloren. Ihr Stand musste aus diesem innersten Grund zerfallen. Der nachmalige Vizepräsident der EKD, Thies Gundlach, hat das am Ende seines Vikariats mit lustvoller Zynik beschrieben: Die akademische Theologie macht sich selber unbrauchbar für die Praxis..
Zu Recht wurde Hübner in Rezensionen vorgehalten, dass er selber die tiefgreifenden Fragen, die er aufwarf, nicht zu beantworten vermochte. Die Arbeit einer ganzen Forschergeneration wäre dafür nötig gewesen. Stattdessen wandten sich die universitären Theologen Fragen zu, die sich mit den überkommenden Denkmethoden ohne grössere Mühe bearbeiten liessen.
aus Hübners Studie: Die Theologie im anthropologischen Zirkel:
aus Hübners Studie: Die Theologie im geisteswissenschaftlichen Zirkel:
