Durch die Literatur der letzten Jahrzehnte zieht sich die eindringliche Mahnung, dass die Kirche ihren Dienst versehe vor allem dadurch, dass sie auf die Menschen hört und für sie da ist – und sich auf gar keinen Fall aufdrängt mit Worten, schon gar nicht mit besserwisserischen oder gar mit mahnenden und warnenden Worten. In allen biblischen Schriften wird demgegenüber betont: Es ist eine Gnade, wenn Gott durch Menschen sein Wort an das Volk oder an einzelne Personen richtet. Und es ist umgekehrt ein Zeichen seines Zorns, wenn er schweigt und den Menschen nichts mehr sagen lässt.
Ein massives Lob der schweigenden Kirche hat beispielsweise die Berner Theologieprofessorin Isabelle Noth im hauseigenen Publikationsorgan der reformierten Landeskirche gesungen.