Wegweisende Würdigung

Im wichtigsten Publikationsorgan der evangelische Theologie, der Theologischen Literaturzeitung, bot der langjähige Professor für praktische Theologie in Wittenberg, Eberhard Winkler, eine respektvolle, weitgehend korrekte Zusammenfassung des Buches. Sie lässt erkennen, dass die Fülle des zu behandelten Stoffes auch ihn überforderte. Und stellt heraus, dass die Erkenntnisse für die Kirchen unbequem sind, weil sie es unmöglich machen, den Zug der Forschung und Lehre einfach so weiterfahen zu lassen, wie die Geleise durch die unkritische Rückkehr ins 19. Jahrhundert ausgelegt worden sind. Ein „funktionales Amtsverständnis“ (wie z. B. Christian Grethlein es bietet) ist zwar zeitgemässer und viel leichter zu vereinbaren mit den Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. Doch es beschleunigt am Ende den Bedeutungsverlust der Kirchen. Weil es diesen Entwicklungen nichts entgegensetzt, das breit und tief genug verwurzelt ist.
Der abschliessende Wunsch, das Buch möge breite Beachtung finden, wurde durch die Diffamierung des Autors unterlaufen. Kirche und Theologie wurde eine Verunsicherung, die zu einer intensiveren Gedankenarbeit nötigt, erspart.