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Reaktionen
- Theologische Literaturzeitung
- Der langjähige Professor für praktische Theeologie in Wittenberg, Eberhard Winkler, bot in dem wichtigsten Publikationsorgan der evangelische Theologie eine respektvolle, weitgehend korrekte Zusammenfassung des Buches. Sie lässt erkennen, dass die Fülle des zu behandelten Stoffes auch ihn überforderte. Und stellt heraus, dass die Erkenntnisse für die Kirchen unbequem sind, weil sie es unmöglich machen, den Zug einfach so weiterlaufen zu lassen, wie die Geleise durch die unkritische Rückkehr ins 19. Jahrhundert ausgelegt worden sind. Ein „funktionales Amtsverständnis“ (wie z. B. Christian Grethlein es bietet) wäre zeitgemässer, rascher zu vereinbaren mit den Entwicklungen der letzten Jaharzehnte (die den Bedeutungsverlust der Kirchen beschleuenigt haben).
Der abschliessende Wunsch, das Buch möge breite Beachtung finden, wurde durch die Diffamierung des Autors unterlaufen. Kirche und Theologie wurde eine Verunsicherung, die Nötigung zu einer intensiveren Gedankenarbeit, eine produktive Verunsicherung erspart.
- interpares, Quartalsschrift des Schweizerischen Pfarrvereins
- Was Pfarrer gestalten können, P. Schmid, livenet
- Jahrbuch für Evangelikale Theologie 2010
- Reformierte Presse 10-07-09
Der Kollege und Supervisor Bernd Berger äusserte im Publikationsorgan der reformierten Kirchen der Schweiz sein völliges Unverständnis für das Buch. Es kam zur Unzeit. Es mutete der Kollegenschaft, den grossen Kirchen und den akademischen Lehrern ein radikales Umdenken zu. Offen bekennt sich Beger dazu, dass dies für ihn nicht nachvollziehbar sei.
Seine Zusammenfassung ist flüchtig und an den entscheidenden Punkten unzutreffend.
So kontert er die Ausführungen zu Römer 13 mit der polemischen Frage: «Aber lässt sich dieser Text, der sich auf das Verhältnis der Christen zu den Obrigkeiten bezieht, auf das Pfarramt anwenden?» Er lässt die präzisen exegetischen Klärungen unerwähnt, ebenso die Tatsache, dass sich das Amtsverständnis an seinem geschichtlichen Ursprung am Verständnis des römischen Beamtentums orientiert – und das Luther das Papstamt zu akzeptieren bereit war, sofern es sich auf die in Römer 13 beschriebene Ordnungsmacht zurückbinden liesse. Solche Beobachtungen waren schon 2010 nicht «rückwärtsgewandt», sondern neu, verbunden mit der Verheissung, ein zukunftsweisendes Verstehen zu ermöglichen.
Aber dazu muss man bereit sein, angebahnte Wege des Denkens zu gehen.
Geradezu böswillig ist die Unterstellung, das Buch beschwöre «das Idyll der Pfarrfamilie … in der die Pfarrfrau dem Pfarrer sogar noch die Supervision ersetzt» (und also den Ehrentitel des Rezensenten in Frage stelle). Berger unterschlägt die herbe Schilderung des Alltags und unterstellt, dass sich der Autor die in einer Anmerkung zitierte Meinung eines aufklärerischen Autors aus dem 18. Jahrhundert kritiklos zu eigen gemacht hat.
Die Rezension dokumentiert den Willen der kirchlichen Würdenträger, sich ein kritisches Nachdenken zu ersparen. Denn schon fünfzehn Jahre nach Erscheinen des Buches ist es offensichtlich: Der Untertitel nicht «alarmistisch», wie Bernd Berger noch wohl behütet meinen konnte, sondern realistisch. Die europäische Kultur ist im Tiefsten gefährdet, und die Pfarrer (und die Pfarrerinnen) tragen mit ihrer Weigerung, über ihr Amt (selbst-)kritisch nachzudenken, zu diesem Zerfall massgeblich bei.
- paroikia, Tagung am 9.Januar 2010
(Korrigenda zum Text: Pfrn. Dr.Christine Stuber ist nicht, wie im Bericht festgehalten, Privatdozentin)
- Ralph Kunz, Beamtenmacht und Dienst am Wort, Referat an der Buchvernissage
- Ch. Brückner Advokat und Pfarrer, ein Vergleich aus juristischer Sicht, Referat an der Buchvernissage
- David Bena, In Christus verbunden, Grusswort an der Buchvernissage
- Jahresbericht des Dekans des Pfarrvereins Oberaargau 2009